Eine Grafikkarte für den Hackintosh

Aktuell läuft mein Hackintosh mit der intel HD 4000 onboard-Grafik, die praktischerweise im i7 Prozessor eingebaut ist. Daran tut ein 24 Zoll Full-HD Monitor sowie neben ihm ein alter 17 Zoll Monitor seinen Dienst. Klingt zwar komisch, ist aber sehr passend, da der alte 17er wegen seines 4:3 Bildformates genau so hoch ist wie ein aktueller 24 Zoll Monitor ist und diesen nahtlos ergänzt.

Die onboard-Grafik bietet mit HDMI, DVI, Displayport und VGA-Anschluss zahlreiche Grafikausgänge, jedoch ist die Nutzung auf maximal zwei Displays beschränkt und an ein paar Bedingungen geknüpft:

  • Es können gleichzeitig nur zwei der vier Anschlüsse genutzt werden
  • Unter OSX ist die VGA-Buchse prinzipiell still gelegt. Die Treiber unterstützen es nicht, da kein echter Mac einen VGA-Anschluss hat
  • Sowohl HDMI- als auch DVI-Buchse erlauben eine maximale Auflösung von 1920×1080 (Full HD)
  • Der Display Port kann mit einer Auflösung von bis zu 2560×1600 Pixeln auch anständige Monitore ansteuern.

Mit der onboard-Grafik lassen sich also keine zwei Monitore mit einer Auflösung höher als 1920×1080 Pixeln anschließen. „Full-HD“ klingt erstmal toll – ist es aber für den Büroalltag nicht: In Zeiten von MS-Office Ribbons und raumnehmenden Browserleisten wird der vertikale Platz auf dem Monitor immer knapper, sodass als nutzbare Arbeitsfläche ein immer schmalerer Schlitz übrig bleibt. Umso sinnvoller ist es, einen Monitor mit einer möglichst hohen vertikalen Auflösung zu betreiben. Dies hat auch Apple erkannt, in dem es bereits in den ersten 24 Zoll iMacs Panels mit einer Auflösung von 1920 × 1200 verbaute. Da ich viel programmiere, und nebenbei noch einige Terminalausgaben überwachen muss, habe ich es als praktisch erlebt, zwei hochauflösende Monitore zu nutzen. Mein alter iMac konnte dies problemlos managen, mein Hackintosh mit seiner onboard Grafik noch nicht. Das tolle ist: Mittlerweile gibt es eine Menge auch für den normalen Geldbeutel erschwingliche HighRes-Monitore, die locker mit dem iMac-Display mithalten können.

Es gibt also gute Gründe, die onboard-Grafik ins Altenteil zu schicken, und eine dedizierte Grafikkarte quasi an Board zu holen. Als Hackintoshianer müssen wir auch hier wieder auf passende Hardware acht geben, die so oder ähnlich auch in originalen Macs verbaut ist. Nicht jeder Chipsatz wird von MacOS unterstützt.

Da grafikaufwändige Spiele äußerst selten bis gar nicht ihren Weg auf meinen Monitor finden, reicht für mich eine einfacher Grafikadapter. Im Vordergrund stehen geringe Lautstärke sowie die Unterstützung zweier hochauflösender Monitore – eine typische Büroausstattung eben.

Die Grafikkarte soll:

  • zwei hochauflösende Monitore unterstützen (wie ein waschechter Mac, der neue Mac Pro steuert dank Thunderbolt Daisy-Chaining gar bis zu sechs Displays an)
  • passiv gekühlt sein. Da ich bei CPU- und Gehäuselüftern sehr auf geringe Lautstärke geachtet habe, möchte ich mir mit der Graka keinen Fön unter den Schreibtisch stellen
  • nicht unnötig teuer sein
  • bei Amazon.de erhältlich sein. Diese Einschränkung klingt erst einmal merkwürdig. Ich habe in den letzten Jahren jedoch niemals schlechte Erfahrungen mit Amazon gemacht und äußerste Kulanz erlebt. Gerade bei empfindlicher Hardware wie einer Grafikkarte würde es mich ärgern, ein Montagsgerät zu erhalten und dann in der Supportwüste zu landen…

Die beiden Monitore sollen:

  • praktische 27 Zoll groß sein
  • hochauflösende Panels mit mindestens 2.560 x 1.440 Pixeln haben. Ist zwar auch wieder nur ein schmales 16:9 Format, aber durch die hohe Auflösung verschmerzbar.
  • eine matte, nicht spiegelnde Oberfläche aufweisen. Die zwar farbfreundliche, jedoch arbeitsfeindliche Spiegelung ist ein Grund, warum hier statt einem iMac nun ein Hackintosh steht
  • So ergonomisch sein, dass neben der neigung auch noch die Höhe verstellt werden kann. Nacken und Hals werden es danken 🙂
  • Lösung #1: Ideal fürs Büro, kein Spielzeug

    Unter den aktuellen NVIDIA-Chipsätzen ist der GeForce GT 640 der kleinste voll unterstützte. das heisst: Die Karte läuft ohne Bastelei und Teiberinstallation. Voraussetzung: Auf dem Hackintosh läuft bereits OSX 10.9 Mavericks. Da das Upgrade völlig reibungslos von statten geht, ist das kein Problem. Die eher geringe Leistung der GPU hat ihre Vorzüge: Die PCI-Express Karte ist komplett passiv gekühlt und somit lautlos. Zusammen mit meinem riesigen CPU-Kühler und den großen, gemütlich rotierenden Gehäuselüftern meines Antec-Towers bleibt der Rechner so leise wie er ist. Die Karte schont mit geringem Stromverbrauch das Netzteil und hat zwei Dual Link DVI-Ports, an die auch hochauflösende Monitore mit bis zu 2560 x 1600 Pixeln angeschlossen werden können. Perfekt für meine Anforderung, da ich den Hackintosh nicht zum Spielen benutzen will. Auch die heutzutage überschaubaren 2GB RAM sind für meine Anforderung mehr als ausreichend.



    5,00 von 5 Punkten, basierend auf 1 abgegebenen Stimmen.
    Loading...

5 Gedanken zu „Eine Grafikkarte für den Hackintosh

  1. Jott Haa

    Interessant geschriebener blog.
    Eine passiv gekühlte Graka mit CUDAsupport macht Sinn in einem Hacki. Schau mal auf mein Sysprofil, da bekommst du noch mehr Infos dazu. Und natürlich auch die von mir genutzten Komponenten im Verbund.
    Bezüglich Amazon habe ich selbige Erfahrung,; alles tutti paletti bei Bestellung und Rücksendungen. Das schon seit 13jahren.

    1. andreas Artikelautor

      jau, die Karte ergänzt mein System perfekt, aber ist natürlich nix für Vollblut-Gamer. Bei nächster Gelegenheit setze ich mal testweise eine größere Karte ein und berichte über Unterschiede in Lautstärke, Temperatur und Spielgaudi 🙂 …und das ist ja das Tolle an unseren Selbstbauten: Wir müssen keinen neuen iMac bestellen, sondern können für kleine Kohle Standardkomponenten nachstecken.

      P.S. Was mich daran erinnert, dass Apple ja damals im letzten weißen 24er iMac und einigen Nachfolgern eine auswechselbare Karte eingebaut hatte. Problem: Passende Karten waren nie offiziell erhältlich… Und auch die Käsereibe-Mac Pros waren ja recht eingeschränkt in ihren Grafikoptionen, da zwar normale PCI-Express Steckplätze da waren, die Karten jedoch ein spezielles Bios brauchten. Das war doch alles nix!

  2. Robert

    Danke für den Beitrag. Ich habe mir sie auf deine Empfehlung hin zugelegt und bin mehr als zufrieden. Absolute Ruhe im Hackintosh:)

  3. Pingback: Aktion Silent PC » Rokasporch

Kommentare sind geschlossen.