Der perfekte Hackintosh-Laptop

Die Zeit arbeitet gegen mein Apple MacBook Pro. Noch immer ist es das geilste Stück Hardware, dass ich jemals besaß: Das Unibody Aluminium-Gehäuse und der matte HighRes Bildschirm lassen keine Wünsche offen. Naja, wenn ich mäkelig sein darf, fehlt mir schon eine Sache: Eingebautes 3G…

Eine Warnung vorweg: Leider gibt Dir dieser Artikel keine klare Empfehlung für ein perfektes Hackintosh Laptop. Dieses scheint es nämlich noch nicht zu geben. Die problemlosen Geräte sind in Deutschland kaum erhältlich oder so teuer wie ein originales Apple Book. Andere Notebooks laufen nur zum Teil und erfordern mit jedem OSX-Update eine Menge Bastelei. Ich möchte heute also nur einen kleinen Überblick geben und schreibe einen neuen Artikel, sobald es endlich ein perfektes Hackintop gibt.

Wo Air draufsteht, ist leider kein Air drin

Aus unerfindlichen Gründen weigert sich Apple standhaft, nicht einmal in seine Air-Notebooks 3G/LTE Modems einzusetzen. Zwar trage ich mein iPhone stets bei mir und kann es per Bluetooth koppeln. Doch gibt mir OSX keine Info über die aktuelle Empfangsstärke. Wenn Seiten also länger laden als erwartet, muss ich das iPhone aus der Tasche holen und schauen wo es hapert. Auch hilft mir das iPhone nicht, wenn dessen Akku zur Neige geht und ich kein Ladekabel dabei habe. Was bringt mir auch ein ultraflaches Notebook, wenn ich dann doch eine Zubehörtasche mitschleppen muss. Kurzum: 3G gehört natürlich in ein anständiges Business Notebook hinein.

Spieglein, Spieglein…

Wenn ich noch weiter mäkeln darf, würde ich auch die spiegelnden Displays ins Feld führen. Gefühlt steht zwar bei jeder Produktpflege „jetzt noch besser entspiegelt“ dabei, und im Vergleich zu den katastrophalen Schminkkästen anno 2009 hat sich tatsächlich etwas getan. Die schiere Helligkeit überstrahlt die Spiegelungen schon ganz gut. Jedoch spiegeln sie noch immer. Denn wenn sie das nicht täten, wäre auch der Vorteil der größeren Klarheit und Farbbrillianz dahin. Beim Filmgucken und Fotosschneiden freu ich mich über tolle Farben und mein gespiegeltes Konterfei- beim Coden und Exceln ist mir trist jedoch aufregend genug.

Davon abgesehen, bin ich recht zufrieden mit Apples Notebook Angebot. Sie sind unglaublich flach gebaut und die Auflösung der neuen Retina-Displays ist ein Traum. Während mir die Flachomanie bei den iMacs völlig sinnlos vorkommt (wen interessiert ein Zentimeter Tiefe an der Rückseite seines Schreibtisches) und dafür auf Laufwerke und einfach zu öffnende Gehäuse verzichtet wird, macht es Notebooks natürlich sehr tragbar. Mein 2010er Pro-Book hat zwar noch einen DVD-Brenner drin, jedoch kann ich mich nicht entsinnen, das letzte Mal eine Disc hineingeschoben zu haben.

Macbooks preiswert? Ja und nein

Preislich liegen die Macbooks im für Business-Geräte üblichen Rahmen, zumindest wenn man so fair ist, sie mit ebenbürtigen Kollegen zu vergleichen. Einige Lenovos mit HighRes-Screen und Metallverbundgehäuse liegen jenseits der 2000€ Marke. Dass diese zwar auch wirklich businesstauglich inklusive Dockingstation-Anschluss, 3G Modem und tauschbarem Akku sind, steht dann wieder auf einem anderen Blatt. Doch wie berechtigt der Preis für ein Apple Macbook auch sei: Manch einer würde vielleicht bewusst mit einem 300 Euro Plastikbomber vorlieb nehmen und ist dann mit einem OSX darauf bereits glücklich…

Kurzum: Genau wie bei den Desktop Macs sprechen also auch bei den Notebooks einige Gründe dafür, einen Hack zu wagen.
Apples Macbooks haben

  1. kein 3G / LTE-Modem
  2. nur spiegelnde Displays
  3. einen fest installierten Akku
  4. einen relativ hohen Preis (wenn auch für hohe Qualität)
  5. nur 11, 13 und 15 Zoll Displays. Mancher sucht sein Heil in der 14 zölligen Zwischengröße oder braucht eine volle 17 Zoll Workstation für unterwegs.

Meine bisherige Suche nach 100% kompatiblen Laptops war jedoch ernüchternd. Was bei Desktop-Hackintoshs mit passendem Mainboard ein Kinderspiel ist, gerät selbst bei sorgfältig ausgewählten Notebooks zur Wackelpartie.

Die einzigen Notebooks, die inklusive Sleep, Grafik, Audio, Trackpad, Wifi und Bluetooth auf OSX 10.9 Mavericks laufen, scheinen HP Probooks der Modellreihen 4x30s/4x40s/6x60b/8x60p/6x70b/8x70p/4x0s zu sein. In diesem Foren Post findest Du eine ausführliche Anleitung zur Installation von OSX. Diese sind jedoch in Deutschland entweder nur gebraucht erhältlich, oder zu einem Preis, für den man bereits ein schnelleres Macbook bekommt.

Selbst ein HP Probook läuft nur mit der intel Onboard Grafik, der eventuell vorhandene NVIDIA-Grafikchip muss im Bios deaktiviert werden. Des weiteren werden einige der in den Pro Books verbauten WLAN-Karten nicht von OSX erkannt. Da diese gottlob nicht fest verlötet, sondern in einem miniPCI Port steckt, kann diese gegen bei eBay erhältliche BCM943224 Module ersetzt werden. Da exakt diese auch im Macbook Air intergriert ist, läuft sie ohne Mucken.

Generelle Probleme, auf die Notebook-Hackintoshler häufig stoßen:

  • genau wie bei Desktop-Geräten tut OSX sich mit AMD CPUs schwer. Die gängigen Anleitungen setzen einen intel Prozessor voraus
  • Bei den meisten Notebooks muss auf einzelne Features verzichtet werden. Oft gibt es Probleme mit WLAN, Bluetooth, Audio, der Tastatur oder dem Trackpad (hier klappt oft Multitouch nicht). Die HP Probooks der Modellreihen 4x30s/4x40s/6x60b/8x60p/6x70b/8x70p/4x0s bilden hier eine Ausnahmen, sind jedoch in Deutschland schlecht erhältlich.

Fazit: So richtig sexy ist das derzeit nicht. Wenn mein geliebtes Macbook Pro also heute die Lichter ausmacht (klopf, klopf, klopf), würde ich zu einem originalen Apple Book greifen.

Wie ist es bei Dir? Sitzt Du bereits vor Deinem Hackbook Pro und lachst Dir ins Fäustchen, dass ich mich so schwer damit tue? War die Installation vielleicht ganz problemlos und gibt es die Hardware sogar noch zu kaufen? Dann erfreue uns mit Deinem Kommentar.



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5 Gedanken zu „Der perfekte Hackintosh-Laptop

  1. Marwin Wittke

    Ich persönlich habe einen Hackintosh, der auf Mountain Lion läuft und das problemlos. Ich habe zwar etwas gebraucht um ihn einzurichten, aber wenn es einnmal läuft, dann läufts. Ich habe in der Ecke noch ein altes Buisness Notebook daliegen, ein Lenovo T60 mit ATi Grafikkarte, auf welchem ich maximal OSX Lion zum laufen bringen würde. Klar braucht es etwas Fummelei und Geduld und vor allem die passende Hardware aber es hat mir bisher noch keine Probleme bereitet. Zu der Sache mit den Updates: Ich persönlich warte erstmal auf Feedback anderer Nutzer oder Installier es auf meine externe Festplatte und versuche es dort zum laufen zu bekommen. Wenn es nicht funktioniert bin ich auch nicht am Boden zersört. Ich liebe OSX und werde das auch immer tun, aber bei den jetzigen Preisen werde ich mir kein MacBook Pro kaufen, auch wenn es noch so schön aussieht. Und nur mal so nebenbei. Ich bin 13, also kann es so schwer nicht sein 😉

  2. Ludwig

    Ich habe mir letzte Woche Mavericks auf meinen Lenovo G780 installiert. Bis auf kleinere Probleme direkt nach der Installation (konnte nicht mehr vom Installer Stick booten), die ich aber lösen konnte (Stick neu erstellen und MBR auswählen), lief die Einrichtung sehr glatt, vor allem da ich einen bereits angepassten Extra Ordner zur Hand hatte.

    Das WLAN Modul habe ich gegen in kompatibles getauscht, jetzt habe ich zwar kein Bluetooth mehr, aber das brauche ich eh nicht. Das Touchpad funktioniert bestens, Multitouch hab ich nicht probiert, scrollen mit 2 Finger aber schon. Sleep funktioniert, genauso wie die volle Auflösung, Airdrop usw. selbst Ethernet würde funktionieren, das brauche ich aber schlichtweg nicht, also spar ich mir die Arbeit.

    Alles in allem würde ich den Lenovo schon als perfekten Laptop für Hackintosh bezeichnen. Für das WLAN Modul enstehen lediglich Kosten von ca. 13 Euro, wenn man sichs über Ebay aus China holt (dauert halt ne Woche). Im BIOS kann man entweder die Nvidia Grafikkarte deaktivieren oder alle Nvidida Kexte löschen (nicht probiert).

    1. andreas Artikelautor

      Das klingt doch gut 🙂 Bin sehr gespannt, wie reibungslos das Update auf die 10.9.2 läuft. Welches WLAN-Modul hast Du denn geholt, das vom Macbook Air? Internes Bluetooth ist auf jeden Fall verschmerzbar, kann man ja bei Bedarf mit nem kleinen Dongle am USB lösen.

  3. Waldemar

    Hi,

    auch ich würde mir gerne einen Hackintosh-Laptop kaufen. Mich reizen 17″, die ich bis dato unter Windows auf meinem FJS habe. Ich würde mir auch einen 17″ MacBook pro kaufen, wenn´s die denn noch neu gäbe (was hat den Apple geritten, den zugunsten des 13″-Modells einzustellen). Die 4740er gibt es nicht mehr zu kaufen, aber der 470er kann wahlweise mit i5 und 4 GB für unter 700 oder mit i7 und 8GB für ca. 150€ mehr gekauft werden. An sich schon ein geiles Ding. Die Frage nur, ist es genauso einfach, wie beim 4x40er, den mit Mavericks zu bestücken? Wie sieht es da mit 10.10 aus? Hat da schon jemand mal probiert?

    Grüße

    Waldemar

  4. Timo

    Hallo zusammen,

    Ich habe auch einen Lenovo G780. Es würde mich sehr freuen wenn du sagen könntest welches Wlan Modul du gekauft hast. Zudem hast das OSX in einer Virtualen Box installiert neben Windows oder Windows komplett runter geschmissen?
    Haben den G780 mit 17″, i 5, 8 GB Ram und 1 TB Festplatte für 700 Euro wenn darauf OSX gut läuft, dann wäre es ein guter anwerter auf perfkte Notebook mit OSX. Zudem gibt es den G780 auch schon günstiger für 600 Euro somit um einiges billiger.

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