Kompatible Hardware für den Hackintosh besorgen

Ein paar Nächte drüber geschlafen gefällt mir die Idee eines Selbstbaues immer besser. Wird die Maschine so stabil laufen wie mein guter alter iMac? Funktioniert der Sleep zuverlässig? Probieren geht über studieren, Hardware muss her. Da Apple nur die Hardwaretreiber mitliefert, die auch in echten Macs zum Einsatz kommen, ist die Auswahl an Grafikkarte, Board und damit auch an CPU eingeschränkter als bei normalen PCs. Wurde vor einigen Monaten noch von den neuen Haswell-CPUs abgeraten, werden diese mittlerweile von OSX unterstützt. Boards mit den kräftigen Xeon-CPUs mit 2011er Sockel laufen zwar, jedoch funktioniert das Powermanagement nicht. Für eine leise Workstation ein K.O..

Am besten soll gute Hausmannskost in Form der „fast“ noch aktuellen Intel Ivy Bridge Plattform laufen. Auf tonymacx86.com erscheint monatlich ein Hardware-Einkaufszettel für unterschiedliche Platz- und Leistungsansprüche im mini-ITX und ATX Formfaktor.

Für mich als Webworker ist folgendes wichtig. Die Kiste soll:

  • möglichst so leise sein, wie mein alter iMac – Dank SSD und auf 800RPM säuselndem Lüfter werkelt dieser nahezu lautlos.
  • schnell und billig sein. Mini-ITX Formfaktor mit teuren S0-DIMMs und Low Profile Grafikkarte kommt also eher nicht in Frage
  • Powermanagement unetrstützen
  • Voll kompatibel sein: Sound, Bluetooth, Ethernet: Alles soll ohne Treiberakrobatik laufen, damit ich bei OSX-Updates keine Bastelei habe

Da ich nicht mit dem Mac spielen möchte und (noch) kein zweiter Monitor geplant ist, nutze ich einfach die Onboard-Grafik. Eine dedizierte Grafikkarte würde nur das Gehäuse aufheizen. Als Massenspeicher kommt eine bereits vorhandene SSD zum Einsatz. Nach Tonys Buyers Guide und dem Lesen einiger Amazon-Bewertungen scheinen sich folgende Teile zu empfehlen:

Komponente Amazon-Link (mit Ref.) Preis Anmerkungen
Mainboard ca. 210€ Dieses Board ist lt. tonymacx86 komplett und ohne Treibernachinstallation kompatibel. Für meinen Bedarf ist das Board eindeutig überdimensioniert: 5 SATA 6GBps Ports, Displayport-Anschluss, 2x Ethernet… Aber was solls :). Es wird noch ein ähnliches, zweites Board mit Thunderbolt Schnittstelle empfohlen, das jedoch offenbar in Deutschland nicht erhältlich ist. Die ebenfalls ähnliche Variante mit eingebautem WLAN macht übrigens keinen Sinn, da der Chipsatz nicht von MacOS unterstützt wird.
CPU ca. 250€ Dies ist der größte Prozessor, den es für diesen Sockeltyp gibt und der größte, den Apple in seiner aktuellen Hardware verbaut. Durch den großen Kühlkörper bliebe sogar eine Menge Reserve zur Übertaktung – wer es mag… 🙂
Gehäuse ca. 110€ Dieses Gehäuse ist riesengroß, kann dank vieler langsam rotierender Lüfter aber recht leise eine Menge Wärme abführen. Hinter dem Board scheint genug Platz für viele Kabel zu sein, sodass diese ordentlich verlegt werden können. Da unter meinem Schreibtisch genug Platz ist, habe ich mich für dieses Gehäuse entschieden, alternativ hatte ich das kleinere ANTEC Solo II
im Auge.
CPU-Kühler ca. 40€ Schön groß mit langsam rotierenden Lüfter. Wurde lt. Amazon Bewertungen oft zusammen mit dem Antec Gehäuse und meiner CPU-Kombination gekauft und sorgte für allgemeine Zufriedenheit.
Netzteil ca. 85€ Der verbaute Lüfter ist sehr leise. Das fehlende Kabelmanagement stört nicht, da im Antec-Gehäuse genug Platz hinter dem Board ist, wo die Kabel versteckt werden können. Die Kabelausführungen passen auch sonst sehr gut zu dem Antec Gehäuse.
RAM ca. 120€ Ich habe mich einfach für die günstigsten 8GB DDR3 Module mit 1600MHz entschieden. Das Board hat vier Slots, sodass ich später problemlos auf 32GB erweitern kann.
Gesamt ca. 815€

Die Teile sind bestellt und die Spannung steigt. Mit diesem Sortiment habe ich einen recht günstigen Einstieg gefunden, um die Hackintosh-Angelegenheit auf Herz und Nieren testen zu können. Es geht also in ein paar Tagen weiter mit der Live-Berichterstattung 😉

UPDATE am 06.01.2014: Die Zeit bleibt nicht stehen: Da Mainboard und CPU nicht mehr so erhältlich sind, wie ich meinen Hackintosh im Juni 2013 zusammengestellt habe, habe ich nachfolgend die heute aktuellen, ebenfalls 100% kompatiblen Nachfolgemodelle herausgesucht.

UPDATE am 26.01.2014: Die Zeit ist reif für einen weiteren, hochaiuflösenden Monitor. Damit stößt die intel onboard Grafik an ihre Grenzen und wird durch eine passiv gekühlte NVIDIA Grafikkarte ersetzt.



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