Xeon Hackintosh: Der neue Mac Pro als Türöffner

Als ich 2003 meinen ersten Mac in Form eines Powerbooks bekam, musste ich mich erst langsam an ein funktionierenden Sleepmodus gewöhnen. Zu oft war mein Windows-Notebook beim einfachen Zuklappen abgeschmiert und nicht mehr aufgewacht. Das Powerbook hingegen machte zuverlässig und ohne Neustart dort weiter, wo es vor dem Einschlafen aufgehört hatte – eine Selbstverständlichkeit, die auch heute noch keine ist.

Mac User haben keine Angst vor dem Schlaf

Erfreulicherweise und wider Erwarten hat mein Desktop-Hackintosh diese Tugenden übernommen: Er wacht durch einen Klick auf die Bluetooth-Mouse zuverlässig und ohne Mucken aus dem Standby auf. Mit seinem Vierkern-i7 hat der Rechner genug Reserven für all Herausforderungen die ich an ihn stelle. Doch was machen Hackintoshler, wenn es etwas mehr sein darf? Die aktuellen Desktop Boards haben mit ihren vier Memory Slots eine 32GB RAM Grenze und sind auf einen einzelnen CPU Sockel beschränkt. Klingt erstmal viel, ist bei intensiver Nutzung von Virtualisierung aber ausschöpfbar.

Ein Blick in auf tonyx86 verrät, dass es neben intels Desktop LGA 1150 Sockeln noch die größeren LGA 2011 Boards mit Xeon-E5 CPUs gibt. Die intel Xeons sind nicht in allen Fällen flinker als ein Desktop Prozessor, jedoch steht mit bis zu 8 Kernen pro Xeon-E5-CPU (beim Xeon E7 sogar 10 Cores) und größerem Cache insgesamt mehr Power zur Verfügung und je nach Motherboard warten auch mehr RAM Slots auf passende (ECC-)Module.

Doch bislang hatte die Sache einen Haken: OSX unterstützte kein Power Management für die Server Prozessoren. Das heisst: Kein Sleep, kein stromsparendes Heruntertakten. Der mac langweilt sich, und dennoch läuft der Prozessor auf Hochtouren… Für mich persönlich wäre ein Desktop Mac ohne funktionierenden Sleep unvorstellbar. Gerade wenn eben viel RAM mit Virtualisierungen und anderen Testumgebungen gefüllt ist, macht jeder Mac-Neustart eine Menge Arbeit beim erneuten Starten der VMs. Bei den heutigen Strompreisen bessert ein 24/7 Betrieb auch nicht wirklich die Laune. Kurzum: LGA 2011 Boards gehörten bislang eher in Bastelwerkstätten als in produktive und ohrenfreundliche Büros.

Der Mac „trash can“ Pro wird vorgestellt

Wer noch vor Monaten darauf gewettet hätte, dass ein wirklich neuer Mac Pro das Licht dieser Welt erblickt, hätte eine gute Quote gesehen. Die meisten Pros hatten sich längst mit der Realität abgefunden, dass die saftigsten Cupertino-Brötchen mit Consumer iPhones und spiegelnden Notebooks verdient werden. Aber es geschah doch: Apple wurde endlich wieder innovativ und zeigt der Welt auf der WWDC am 10. Juni 2013 endlich wieder einen tollen Computer. (Link zum Streaming Video) am 10. Juni 2013 endlich der neue Mac „Trashcan“ Pro vorgestellt. Der Hackintoshler wird unweigerlich hellhörig: Wenn in einem neuen Mac LGA 2011 CPUs verbaut sind, wird OSX natürlich auch um Power Management Funktionen für diese Plattform erweitert. Der Weg ist also frei für echte Pro Hackintoshs!

Was bedeutet der neue Mac Pro für uns Hackiasten?

Wie so oft kann Apple den Bedarf an neuer Hardware kaum decken – Obwohl Apple den Mac Pro für Ende 2013 lieferbar angekündigt hatte, wartet das Gros der Besteller noch bis in den Februar hinein. Einige Geräte haben ihren Weg jedoch bereits zu ihren glücklichen Kunden gefunden, sodass sich herausstellen konnte, dass auf der neuen Hardware ein spezieller OSX Build installiert ist, der einige intel Xeons inklusive Power Management ansteuern kann. Dieses Vorgehen, hardwarespezifische Features erst in spezielle Vorabversionen von OSX einzubauen, und dann mit dem nächsten größeren offiziellen Release an alle Macs nachzuschieben, macht Apple des Öfteren. So können wir damit rechnen, dass vielleicht schon mit dem Mavericks 10.9.2 Update ganz allgemein Xeon E5 CPUs komplett und desktoptauglich angesteuert werden können. Erste Erfolgsmeldungen aus dem tonyx86-Forum stimmen schonmal zuversichtlich.

Mir persönlich würde es jedenfalls mal wieder mächtig in den Pfoten jucken. Wenn nicht mein Juni 2013 – Hackintosh noch mehr als geil genug wäre. So bleibt mir also erstmal nur der geifernde Blick auf die fleißigen Hände anderer Bastler und die Vorfreude auf wirkliche Boliden mit dual oder noch mehr intel E5-Sockets und RAM-Bestückbarkeit jenseits 64GB.

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