Warum einen Hackintosh?

Die Keynote 2005 ist vorbei. Alles ist gesagt, doch Steve bleibt auf der Bühne stehen. Er zaubert einen kleinen Kasten aus der Hosentasche. DAS ist ein Computer?! Der Mac Mini ist geboren.

Wie komme ich als treuer Mac-User dazu, mir einen Hackintosh zu bauen? Es gibt nur einen Grund: Apple hat sich verändert. Bevor Apple seinen Hauptumsatz über die iPhones machte, stand stets der Mac im Rampenlicht.

Man denke an den unglaublich innovativen Mac Mini. Mit einem 1.25 GHz G4 PowerPC Prozessor. Wow, eingebautes Netzteil, DVI-Monitoranschluss und schön leise. Alle rieben sich die Augen und hatten ein großes WOW über der Birne. Aber ich komme ins Schwafeln. Jedenfalls sind die Wows bei neuen Macs zumindest bei mir etwas rarer gesäht als damals. Und das kam so:

Irgendwann muss Apple entdeckt haben, dass man das große Geld nur mit richtig stylischen Consumerprodukten verdienen kann. Die Leute stehen auf iPhones? Auf kleine schmale Juwelen mit spiegelnder Oberfläche? Ok, das kriegen wir hin!

  • Wir machen die iMacs dünner! Sind schon sauig dünn? Egal, wir bauen trotzdem das Laufwerk raus!
  • Kaum einer kauft das 30 Zoll Cinema Display? Weg damit, ab jetzt gibts nur noch verpiegelte Cinema Displays! Nervt Dich beim Photoshop? Guck Filme!
  • Wir haben seit 2010 keinen neuen MacPro mehr rausgebracht und die Leute wollen USB 3? Ok, wir bauen was Neues, aber nach den neuen Regeln: Klein, nicht erweiterbar, dafür unglaublich stylisch.

Mich beschleicht nun die leise Befürchtung, dass Apple zwar immer tollere und stylischere Geräte baut, aber ich immer weniger damit arbeiten kann. Ich gehöre immer weniger zur Zielgruppe. Dabei bin ich ein ganz normaler, coding-affiner Webworker Ich möchte einfach nur:

  • einen Bildschirm, der nicht spiegelt
  • keinen Totalschaden bei defekter Hauptplatine
  • eine weitere Festplatte einbauen können
  • keinen neuen Rechner kaufen müssen, nur weil es jetzt neumodischere Schnittstellen wie Thunderbolt gibt
  • freie Auswahl beim Kauf meines Monitors haben
  • den üblichen Marktpreis für marktübliche Hardware bezahlen

Ja, und ich hätte gerne weiterhin OS X. Weil all meine Tools darunter laufen und ich damit am produktivsten arbeite. Schweren Herzens stelle ich fest, dass es keinen solchen Mac gibt und wohl auch nicht mehr geben wird. Der neue MacPro ist eigentlich ein Mac Mini Pro und eine Coladose mit wenig Inhalt und vielen Anschlüssen. Sollte mich also ein Hackintosh glücklich machen?



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